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IUG 2022 – Informatik & Gesellschaft – Zukunft gestalten

Ganztägiger Workshop des Fachbereichs Informatik und Gesellschaft an der INFORMATIK 2022, 27.9.2022

Datum und Uhrzeit

27.09.2022, 09:00 - 17:00 Uhr
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Beschreibung

Logo der INFORMATIK 2022 Tagung

IUG 2022 – Informatik & Gesellschaft – Zukunft gestalten

Ganztägiger Workshop an der INFORMATIK 2022, 27.9.2022, Call for Papers

 

Abstract

Der Charakter der Informatik als „Gestaltungswissenschaft“ trat in den letzten Jahrzehnten zunehmend hervor: Informationssysteme und deren Anwendungen prägen heute nicht nur wirtschaftliche und administrative Tätigkeiten, sondern die Interaktion und das Zusammenleben in der Gesellschaft und sind zunehmend Teil des (wissenschaftlichen) Erkenntnisprozesses. Bereits vor 30 Jahren stellte Coy in seinem grundlegenden Beitrag „Für eine Theorie der Informatik!“ heraus, dass die Informatik als sozial wirksame Wissenschaft auch gesellschaftliche Prozesse zu ihrem unmittelbaren Objekt der Forschung und Anwendung machen sollte.

Mit dem Workshop „Informatik & Gesellschaft – Zukunft gestalten“ laden wir Informatikerinnen und Informatiker und Vertreterinnen und Vertreter anderer Disziplinen zum Austausch über Fragestellungen, Ansätze, Methoden und Techniken ein, die sich mit den gesellschaftlichen Aspekten der Informatik befassen.

Call for Papers

In den letzten Jahrzehnten hat sich gezeigt, dass die Informatik nicht nur ihre Bedeutung in den bisherigen Anwendungsgebieten gesteigert hat (z.B. Produktionsbereich), sondern auch in immer neue Teile unserer Gesellschaft eindringt. Somit wurde gerade in den vergangenen Jahren zunehmend die Frage nach einem verantwortbaren Einsatz der Informatik für unsere Gesellschaft aufgeworfen.

Bereits vor 30 Jahren sah man sich in der Informatik mit ähnlichen Herausforderungen konfrontiert. In seinem grundlegenden Beitrag zur Theorie der Informatik stellt Coy heraus, dass die Informatik eine sozial wirksame Wissenschaft ist. Neben einer soliden mathematisch-formalen Fundierung sollte sie daher auch gesellschaftliche Prozesse, stärker als die klassischen Ingenieurwissenschaften, zu ihrem unmittelbaren Objekt der Forschung und Anwendung machen (Coy 1989: Brauchen wir eine Theorie der Informatik?. Informatik Spektrum: Vol. 12, No. 5. Berlin Heidelberg: Springer-Verlag, S. 256-266). Coy kritisiert mit dieser Forderung, dass es eine bisher unzureichende Reflexion bezüglich des Wechselspiels von technischer Gestaltung und sozialer Wirkung von informationstechnischen Systemen gibt. Auch wenn seine Argumentation auf die damalige Softwarekrise zurückzuführen ist, so sind doch die damit verbundenen Herausforderungen, vor denen wir heute stehen (z.B. Einfluss von Social Media auf politische Entscheidungsprozesse, algorithmische Bewertung der Kreditwürdigkeit oder notwendiger Weiterbildungsmaßnahmen), auf ebendiese mangelnde Reflexion zurückzuführen.

Andere Disziplinen, insbesondere die Sozial- und Geisteswissenschaften, nehmen sich zunehmend dieser herausfordernden Fragestellungen an. Es sollte aber auch und insbesondere die Aufgabe von Informatikerinnen und Informatikern sein, Methoden und Ansätze zu entwickeln, um diese gesellschaftlichen Auswirkungen stärker zu berücksichtigen. Coy sieht eine Theorie der Informatik als wesentliche Voraussetzung dafür an, dass die Informatik sich einer zufälligen und nicht bewussten Entwicklung entziehen kann und stattdessen technische Entwicklungen durch Erkenntnis- und Diskussionsprozesse geleitet werden.

In den letzten Jahren wurden eine Vielzahl von Ansätzen, Methoden und Techniken in der Informatik entwickelt, die sich mit den gesellschaftlichen Aspekten der Informatik auseinandersetzen. In diesem Workshop wollen wir die unterschiedlichen Perspektiven auf dieses Gebiet einfangen und sichtbar machen. Wir laden theoretische und anwendungsbezogene Beiträge aus den nachfolgend genannten Bereichen ein:

  • Ethische Fragen der Technologiegestaltung (z.B. in der KI),
  • Nachhaltigkeit in der Technologieentwicklung und ‑gestaltung,
  • Technikfolgenabschätzung,
  • Möglichkeiten der Partizipation im Bereich der Regulierung,
  • (De-)Stabilisierung oder Transformation von Machtstrukturen durch Technologieeinsatz,
  • Gleichstellung und Diversität in der Technologieentwicklung (z.B. Diskriminierung in Daten vermindern) und ‑gestaltung (z.B. Teamzusammensetzung),
  • Inklusion und Barrierefreiheit,
  • Souveräne Technologiegestaltung und ‑nutzung und
  • Grundrechtsschutz und Demokratiegestaltung.

Wir freuen uns über Beiträge aus angrenzenden Themengebieten. Sprechen Sie uns gern im Zweifel an.

Einreichung und Publikation

Beiträge in deutscher oder englischer Sprache können im PDF-Format als Langbeiträge (8-10 Seiten) oder Kurzbeiträge (4-6 Seiten) inklusive Abbildungen und Literaturverzeichnis eingereicht werden. Sie werden von mindestens zwei unabhängigen Gutachter:innen des Programmkomitees anonym bewertet; Beiträge sollten daher bei der Einreichung anonymisiert werden. Nach dem Peer-Review-Prozess werden die angenommenen Beiträge im Open-Access-Format über die Digital Library der Gesellschaft für Informatik (https://dl.gi.de/) publiziert. Bitte beachten Sie die Vorgaben der GI-Edition „Lecture Notes in Informatics” (https://gi.de/service/publikationen/lni).

Die Einreichung erfolgt über EasyChair https://easychair.org/conferences/?conf=iug2022.

Es wird erwartet, dass sich mindestens eine Autorin oder ein Autor jedes akzeptierten Beitrags für den Workshop anmeldet, um den Beitrag dort vorzustellen.

Termine

  • Deadline für Einreichungen: 13.05.2022 (verlängerte Frist)
  • Benachrichtigung über Annahme/Ablehnung: 27.06.2022
  • Frist für finale Beitragsfassungen (Datum zentral vorgegeben): 12.07.2022

Organisation
 
 
Dieser Workshop wird organisiert von:

  • Christina B. Class, Sprecherin Fachbereich „Informatik und Gesellschaft”/Ernst-Abbe-Hochschule Jena
  • Karolin Eva Kappler, Sprecherin Arbeitskreis „Nachhaltigkeit"/FernUniversität in Hagen
  • Andrea Knaut, Sprecherin Fachgruppe „Internet und Gesellschaft”/Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin
  • Claudia Müller-Birn, Human-Centered Computing, Institut für Informatik, Freie Universität Berlin

Programmkomitee

  • Christine Henning, iXus GmbH
  • Julia Krönung, EBS Business School
  • Constanze Kurz, netzpolitik.org
  • Jens-Martin Loebel, Hochschule Magdeburg-Stendhal
  • Frank Pallas, Technische Universität Berlin
  • Rainer Rehak, Weizenbaum-Institut für die vernetzte Gesellschaft
  • Ingo Scholtes,  Julius-Maximilians-Universität Würzburg
  • Gertrud Schrader, Leibniz Universität Hannover
  • Melanie Stilz, Technische Universität Berlin
  • Gerhard Weber, Technische Universität Dresden
  • Debora Weber-Wulff, Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin

Kontakt

Organisationsteam IUG

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