Langzeitarchivierung (FG)

Website: http://digitale-bewahrung.de/

In Zusammenarbeit mit nestor, dem Kompetenznetzwerk Langzeitarchivierung und der Gesellschaft für Informatik (GI), wurde am 6. September 2010 die gemeinsame Arbeitsgruppe „Emulation“ (in der GI: AK Langzeitarchivierung) gegründet und im Dezember 2011 in eine Fachgruppe umgewandelt. Die gleichzeitige Anbindung der AG sowohl an die GI als auch an nestor ermöglicht den Zugriff auf die vielfältigen Ressourcen des Netzwerkes in Zusammenhang mit einer Bündelung der informatisch-technischen Kompetenzen der GI-Mitglieder.

Die Herausforderung des langfristigen Erhaltes und der Nutzung digitaler Objekte in kulturbewahrenden Institutionen bildet das Arbeitsfeld des nestor-Kompetenznetzwerkes. Das Aufgabenspektrum spannt sich dabei von der Klärung konzeptioneller und rechtlicher Fragen bis zur Vermittlung technischer Lösungen für den praktischen Einsatz. Die Vielzahl unterschiedlicher digitaler Objekte – vom einfachen Textdokument bis hin zur komplexen multimedialen Anwendung – bedarf unterschiedlicher konzeptioneller und technischer Lösungen.

In allen Verfahren ist der Erhalt des originalen Codes die Basis der Erhaltungsstrategie. Für die langfristige Sicherung der Nutzung beschreiten die beiden wichtigsten Konzepte Migration und Emulation allerdings unterschiedliche Wege. Bei der Migration wird das digitale Objekt für die Nutzung in neue Datenformate übertragen, um somit der Obsoletheit und dem Verlust der Interpretationsfähigkeit von älteren Datenformaten entgegenzuwirken. Dieses Verfahren kann jedoch nur für einen Teil der zu bewahrenden digitalen Objekte zum Einsatz kommen.

Vor allem komplexe digitale Artefakte (z. B. Applikationen) können auf diese Weise in der Regel nicht erhalten werden, da deren Migration in neue Datenformate nur mit einem sehr hohem Aufwand und unter signifikanter Veränderung des zu erhaltenden Codes möglich ist. Daher ist die Nachbildung der originalen Systeme durch Emulation in Software die einzige Möglichkeit zum Erhalt der Werke, da diese Artefakte darauf angewiesen sind. Neben dem Höchstmaß an Authentizität bietet Emulation die Möglichkeiten, Ein- und Ausgabeschnittstellen des nachgebildeten Systems zu verbessern und an aktuelle Systeme anzupassen sowie den Nutzern die Bedienung der emulierten Hard- und Software durch interaktive Hilfestellungen zu erleichtern. Die Emulation als Softwaretechnik ist in der Informatik weit verbreitet So existiert heutzutage für fast jedes obsolete System ein oder mehrere entsprechende Emulatoren.

Auch ergeben sich durch die Unabhängigkeit von obsoleter physisch realer Hardware vielfältigere Möglichkeiten des Zugangs. Doch auch für einfache, prinzipiell zu migrierende Artefakte ist die Emulation eine interessante Methode, da auch geringe Verluste (z. B. in der Formatierung eines Textes) über mehrere Migrationsschritte signifikante Veränderungen ergeben können. Ebenso können sich permanent wiederholende Migrationszyklen prinzipiell durch Emulation überflüssig gemacht werden. Die nestor-AG Emulation will einen Knotenpunkt für die Verbreitung, Erforschung und Vermittlung von praktischen Erfahrungen zu diesem Thema aufbauen. Dabei sollen alle Schritte im Rahmen der Bewahrungsstrategie „Transfer-Bewahrung-Zugang“ behandelt werden. Die Schwerpunkte sollen vor allem auf folgenden Themenbereichen liegen:


http://fb-iug.gi.de/informatik-und-gesellschaft-iug/fg-langzeitarchivierung.html